in Chronik 2002 - 2003

Schnelle Hilfe aus der Luft rettete viele tausend Menschenleben – Positive Kosten-Nutzen-Analyse

Der Start am 1. Juli 1983 war die Geburtsstunde ei­ner Entwicklung, die Ös­terreich zu einem der notfallmedizinisch bestversorgten Länder macht.

Was 1983 als beinahe utopisch erschien, auch Kritiker auf den Plan rief und viel Überzeugungsar­beit erforderte, ist heute Selbstverständlichkeit. Der Beginn der Flugrettung wg auch einen Umdenkprozess nach sich.

Die Devise heißt: Nicht den Patienten so schnell wie möglich Ins Krankenhaus, sondern den Notarzt mit der fliegenden Intensivstation möglichst rasch zum Patienten bringen. Diese Erkennt· nis hat mittlerweile vielen tausend Menschen das Le­ben gerettet und Zehntau­sende haben sich durch die rasche und kompetente Hil­fe der Hubschraubercrews bleibende gesundheitliche Schäden oder lange Reha- bilitations-zelten erspart. Auch bei Betrachtung der gesamtvolkswirtschaftli­chen Kosten-Nutzen-Ana­lyse beträgt der Nutzen ein Vielfaches der eingesetzten Kosten.

Der Erfolg hat viele Väter. Einen sehr großen Anteil daran hat Univ.-Prof. Dr. Gerhard Flora, der nicht nur der maßgebliche Initiator des Notarzthubschrauber­wesens gemeinsam mit dem OAMTC war, sondern auch für die gesamte Entwicklung der Luftrettung und das Er­reichen des heutigen Stan­dards mitverantwortlich ist.

Neue Vorschriften dei Internationalen Luftfahrtbehörden und Sparmaßnah­men des Staates haben 2001 zu einer Neuordnung der Luftrettung in Österreich geführt. Die Neuregelung basiert auf einer Staatsrecht• liehen Vereinbarung zwi­schen Bund und Bundesländem (BV-G/§15 a), wobei im Rahmen eines unentgeltlichen Assistenzvertrages der ÖAMTC die Leistungs­verpflichtung· des Bundes übernimmt. Für Innenminister .Dr. Ernst Strasser liegt der Schlüssel des Erfolges in der Zusammenarbeit des ÖAMTC mit den Ländern sowie den Rettungsorganisationen Rotes Kreuz und Bergrettung, vor allem aber beim persönlichen Engage­ment eines jeden einzelnen Crewmitgliedes.

Die glanzvolle Geschichte der ÖAMTC-Notarzthilb­schrauber wird aber auch durch Tragödien getrübt. Bei Hubschrauberabstürzen während des Rettungsein­satzes starben Unlv.-Doz. Dr. Heiko Flll, Dietmar Hahn, Dr. Ursula Schillfahrt ‚und Dr. Gerhard Lederer. Diese Tragödien zeigen in erschreckender Weise, wie gefährlich der Job der, Not­arzthubschrauber-Crews ist.

Christopherus-Hubschrauber im Einsatz

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Quelle: Tiroler Tageszeitung

Orginaldokument: 20 Jahre ÖAMTC Notarzthubschrauber