in Chronik 2002 - 2003

In seinen beiden Ansprachen im Dom und im Kongresshaus begrüßte Bischof Manfred Scheu­er zahlreiche Persönlichkeiten
und dankte ihnen für ihre unter­schiedlichsten Dienste in Kirche und Gesellschaft. Zugleich lenkte er die Aufmerksamkeit auf jene Gedanken, die ihn anlässlich seiner Bischofsweihe besonders bewegten. Im folgenden dazu einige seiner Aussagen.

In den vergangenen Wochen wurde ich oft gefragt. worin ich die Hauptprobleme der Kirche se­he. Vor allen Sorgen und Proble­men. vor allen Fragen und Strategien, vor den Konstellationen von Macht und Struktur, vor allen Er­fahrungen von Sackgasse und La­byrinth steht die Dankbarkeit. Stärker als das Erschrecken über das Amt sind Freude und Zuver­sicht.

Das Wort des Lebens und der Liebe, dass wir bei Gott unbedingt angenommen und geliebt sind, brauchen wir nicht aus dem eige­nen Bauch hervorzaubern. Wir können es nicht erschuften, erwirtschaften und schon gar nicht kaufen oder erzwingen. Wir dürfen es uns schenken lassen als Ga­be und Gnade.

Kirche ist kein Selbstzweck. Sie ist offen und gesprengt auf das Geheimnis des je größeren und je kleineren Gotte hin. Ich denke. man riecht an Lebens und Kirchenräumen, ob Eucharstie gefeiert wird, ob Menschen existeniell Gott suchen und mit ihm rin­gen. Kirche ist von Jesus her offen und gesprengt auf Kinder und Kleine, auf Arme und Schwache, auf Kranke und Menschen in so­zialer Not hin.

Kirche lebt nicht von einem allgemeinen Kommando, sondern von Menschen, die dem Evangelium ihr Gesicht geben, von Zeugen des Lebens und des Glauben. Wie können wir ein positives Klima für Kinder und Jugendliche schaffen? \Wie können wir junge Menschen für das Evangelium begeistern?

Die Frage des Priesternachwuchses, die Sorge um kirchliche Berufe, die Nachfolge Jesu im Or­densleben, trifft den Lebensnerv unserer Ortskirche. Sicher in den nächsten Jahren auch Stukturen zu klären, in denen kirchliche Arbeit menschlich und geistig gut lebbar ist.

Ich hab in den vergangenen Wochcn hier in der Diözese, in der Stadt Innsbruck und im Land Tirol viel Vorschuss an Vertrauen erlebt. Ich habe offene Ohren, offene Herzen und offene Hände erfahren können. Ich möchte zu euch kommen mit der Bitte um ein hörendes Herz, als Geher auf die Berge, aber auch auf euch zu. Beim Tempo werden wir uns schon aneinander gewöhnen.

Ich denke und hoffe. das, wir miteinander zum Wohl der Menschen in diesem wichtigen  und sensiblen Lebensraum arbeiten können. Dabei geht die Großzügigkeit der Tiroler Christen über den eigenen Kirchturm hinaus. Die weltweite Solidarität ist groß.

 

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Quelle: Kirche

Orginaldokument: Bischof Scheuer – Dankansprache