in Chronik 1987

Ein Obsteiger Techniker bei den Persern

Im März 1985, als beide Seiten im Iran-Irak-Krieg auch zivile Ziele zu bombardieren begannen, fuhr der Obsteiger Ing. Helmut Exner in den Iran. Die Firma Liebherr Telfs unterstützt in Arak- 300 km ·südlich von Teheran – ein iranisches Unternehmen, das in Zukunft Liebherr-Raupen in Lizenz herstellen sollte. der Obsteiger entging dort knapp der Lychjustiz.

Obsteiger mit Iran-Erfahrung: Ing. Helmut Exner.
Die Aufgabe Ing. Exners ist es, die modernsten Erkenntnisse in Arbeitsvorbereitung, -Organisa­tion und Disposition den irani­schen Arbeitern näherzubrin­gen.

Wer die Mentalität eines Per­sers kennt, kann den Schwierig­keitsgrad dieser Arbeit einschät­zen. Dazu kommt noch die Ge­fahr der andauernden irakischen Luftangriffe. Erst vor kurzem wurde eine neuerbaute Werk­zeugfabrik, nur einige M etervon Helmut Exners Arbeitsplatz entfernt, durch irakische Bom­ben dem Erdboden gleichge­macht.
Trotzdem meint der Obstei­ger, daß die Gefahr, im Straßen­verkehr umzukommen, um ein Vielfaches größer sei. So höflich ein Perser Perser privat ist, er würde nie als erster bei der Tür hinaus­gehen -, im Straßenverkehr ist das genau umgekehrt.

Ein großes Problem für einen Ausländer im  Iran ist das Freizeitangebot: In Kino und Fernsehen gibt es natürlich keine ame­rikanischen oder europäischen Filme zu sehen, ausgenommen die Filme aus der Nazizeit die dort sehr beliebt seien.

Sport wird zwar im TV über­tragen, aber nur die Herrenbe­werbe. Undenkbar wäre es im iranischen Fernsehen, einen Damenbewerb im Tennis oder gar im Schwimmen zu sehen.

Schwimmen im Hallenbad Nassereith

Es darf nur klassische Musik gespielt werden. Schlagermusik oder gar selbst Musizieren ist streng verboten. Auch Unkenntnis der islamischen die Feiertage bringt eine Gefahr mit sich. Als Helmut Exneran einem islamischen Trauerta g(alle trugcn Schwarz) in die Stadt Arak fuhr, um Brot zu kaufen, trug er Je.ms und den Oberteil eines Jogging­anzuges u. wurde prompt wegen der roten Ärmel dieses Pullovers angespuckt und fast gelyncht! Ing. Exner wird jeczt nach cincrn kurzen Hein1Jt-und Weih­nachtsurlaub um Tirol noch für drei MonJte in den Iran zurück­kehren, um seine Aufgabe zu beenden.
Wir wünschen ihm, daß er Juch diese Zeit unbeschadet überstehen möge. Aber das liegt natürlich in Allah’s Hand …

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Quelle: Rundschau 14.1.1987

Orginaldokument: Ein gefährlicher Auftrag im Iran