in Chronik 2004 - 2005

Es war der Stephanitag (26.Dezember), als eine der tragischsten Katastrophen der Geschichte über den Osten Asiens hereinbrach. Ein Erdbeben der Stärke 9 im Indischen Ozean löste eine große Flutwelle aus, die die Küsten von 14 Ländern überschwemmte und ungefiihr 300 000 Menschen in den Tod riss. Viele Stadte an den Ufern glichen einem Schlachtfeld, tausende Orte waren tagelang von der Umwelt abgeschnitten, neben Trümmern wurden Leichen vom Wasser mitgeschwemmt. Von allen Seiten, auch Österreich, wurden Hilßmannschaften hingeflogen. Grotesk: Manche Staaten verboten (vorerst) die Einreise und jede Information. Doch Hilfsgüter aus aller Welt kamen doch an.

Bericht aus dem Chronik Verlag „Wissen Media“ 2005:

Über 300 000 Menschen fielen dem verheerenden Tsunami in den Anrainerstaaten des Indischen Ozeans zum Opfer

Ferienparadies unter Wasser: überflutetes Hotelgelände im thailändischen Urlaubsort Khao Lak

Ferienparadies unter Wasser: überflutetes Hotelgelände im thailändischen Urlaubsort Khao Lak

Am 26. Dezember 2004 löste ein Erdbeben der Stärke 9,0 im Indischen Ozean eine gewaltige Flutwelle aus. Sie überschwemmte die umliegenden Küsten und forderte in 14 Ländern Süd- und Südostasiens sowie Ostafrika insgesamt vermutlich mehr als 300.000 Menschenleben.
Indonesien: Die größten Zerstörungen richteten die Erdstöße und die nachfolgende Überflutung in den indonesischen Provinzen Aceh und Fordsumatra an. Die Zahl der Toten und Vermissten wird hier auf über 39.000 geschätzt. Die Hilfeleistung für die Bevölkerung  wurde dadurch erschwert, dass auf den streng islamischen Äceh auf Sunatra Biirgerkrieg herrscht. Schon seit 1976 kämpft hier die Rebellenbelegung ,Freies Aceh“ (GAM) fur mehr Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Jakarta . Das in Aceh bis zum 28.Dezember 2004 geltende Ausnahmerecht versperrte Journalisten, Diplomaten und internationalen Organisationen zunächst den Zugang. Die Hauptstadt Banda Aceh gleicht nach der Überschwemmung einem Schlachtfeld, rund um die Raya Baiturrahman Moschee, dem Wahrzeichen der Stadt, liegt alles in Trümmem. Viele Dörfer und Städte in der besonders betroffenen Westküste Sumatras sind tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten und könncn nur aus der Luft erreicht werden. Siri Lanka: Ahnlich wie die indonesische Provinz Aceh ist auch die Insel Sri Lanka, auf der nach offiziellen Angaben bis zu 44000 Tsunami-Opfer zu beklagen sind, seit Jahren Schauplatz eines Bürgerkrieges. Auch hier sind die Behörden mit der Aufgabe überfordert, den Überlebenden rasch wirksame Hilfe zu bringen, nachdem die Flutwellen vor allem über die Küste in den Bezirken Muttur und Trincomalee hereingebrochen sind. Besonders schwer betroffen ist die Stadt Galle im Südwesten Sri Lankas. Zahlreiche Opfer gibt es in den Küstenstädten Cuddalore und Nagapattinam. Allerdings ist hier die Hilfe effizienter angelaufen als in vielen anderen betroffenen Gebieten. Unter den Toten sind viele Fischer, die in ihren kleinen Holzbooten auf hoher see unterwegs waren. Um ihr Überleben kämpfen müssen auch die Einwohner der zu Indien gehörenden und nur enva 100 km vom Epizentrum des Beben entfernt liegenden Inseln der Andamanen und Nikobaren, die zumeist von einheimischen Volksstämmen bewohnt
sind. Hier sterben mindestens 1894 Menschen. Die Beflürchtung, ganze Stämme seien ausgelöscht worden, reist die Regierung in Neu-Delhi alsunbegründet zurück. Insgesamt beziffert Indien – das ausländische Hilfe ablehnt – die Zahl der Toten infolge der Flutwelle auf fast 10 700.
Thailand: Die Urlaubsinseln Phuket und Phi Phi, wo tausende ausländischer Touristen den Jahreswechsel erleben wollten, wurden ebenso überraschend von den meterhohen
Fluten heimgesucht wie das bei Deutschen beliebte Urlaubergebiet Khao Lak und die südlichen Provinzen Thailands. Die Hälfte der Hotelkapazitäten sind durch die Folgen der Flutkatastrophe zerstört. An den Badestränden Kamala und Patong trieben nach dem Tsunami Leichen im Wasser, verzweifelte Menschen retteten sich auf die Hausdächer, und die Krankenhäuser fiillten sich mit ausländischen Touristen. Bis zur Beisetzung bzw. Überführung der Opfer sind Tempel als provisorische Leichenhallen hergerichtet. Die Zahl der Toten in Thailand liegt bei etwa 8200.
Ostafrika: Von den Auswirkungen des Erdbebens ist auch der rd. 4500 km vom Epizentrum des Bebens entfernte ostafrikanische Staat Somalia betroffen. Hier sind etwa 300 Menschen den Überschwemmungen zum Opfer gefallen, rd. 50 000 wurden obdachlos.
Malediven: In dem Staat vor der Südspitze Indiens mit seinen etwa 1190 Inseln, von denen die meisten nicht höher als 1,80 m aus dem Meer aufragen, wurde die Hauptinsel Male größtenteils überschwemmt. Mit offziell 82 Toten ist die Zahl der Opfer dennoch vergleichsweise gering. Die für den 31. Dezember geplante Parlamentswahl wurde wegen der Naturkatastrophe auf den 22. Januar verschoben.
Malaysia und Myanmar (Birma): Auf der malaysischen Ferieninsel Penang sind Urlauber und auch Fischer, die von ihrer morgendlichen Ausfahrt nicht zurückkehrten, unter den insgesamt 68 Toten.
In Myanmar wurden die dem Festland vorgelagerten Inseln ähnlich schwer betroffen wie die Andamanen und Nikobaren weiter westlich, dennoch spricht die Militarregierung in Rangun von lediglich 90 Toten. Diese Angaben werden später aber durch internationaie Hilßorganisationen vor Ort bestätigt.

Obdachlos gewordene Menschen im Norden Sumatras versuchen mindestens einige Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen.

Obdachlos gewordene Menschen im Norden Sumatras versuchen mindestens einige Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen.

In der indonesisclrcn Provinzhauptstadt Banda Aceh hat man die Leichen der Flutopfern aufgereiht, damit Angehörige sie identifizieren können.

In der indonesisclrcn Provinzhauptstadt Banda Aceh hat man die Leichen der Flutopfern aufgereiht, damit Angehörige sie identifizieren können.

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Quelle: Wissen Media

Orginaldokument: Eine historische Katastrophe in Ostasien