in Chronik 2002 - 2003

Rund anderthalb Stunden nach Ab­lauf eines Ultimatums an die iraki­sche Führung zum Verlassen des Landes beginnen die US-Streitkräfte mit dem Angriff auf den Irak.

US-Präsident George W. Bush infor­miert die Nation in einer vierminüti­gen Rede über den Beginn des Krie­ges. Gegen 3.30 Uhr MEZ bombar­diert die US-Armee ein Ziel in der Hauptstadt Bagdad, wo Staatschef Saddam Hussein und sein innerer Führungszirkel vermutet werden.

Bush betont, der Konflikt könne sich länger hinziehen und schwieriger zu lösen sein als hisher angenommen, dennoch werde er erfolgreich zu En­de geführt: »Wir werden als Ergebnis nur den Sieg akzeptieren.« Man wer­de »die Gefahren für unser Land und die Welt« überwinden und »anderen den Frieden bringen«.

Auch der irakische StaatschefSad­dam Hussein wendet sich nach den ersten Angriffswellen übers Fernse­hen an sein Volk: »Zieht Euer Schwert, habt keine Angst. Der Feind wird gestoppt« – so die zentrale Aus­sage seiner von Notizzetteln abgelese­nen Ansprache. Unklar ist, ob die An­sprache live gesendet wird oder zuvor aufgezeichnet worden ist.

International löst der Beginn des Irak-Krieges je nach Einstellung der jeweiligen Regierung Zustimmung oder Ablehnung aus. Die deutsche Bundesregierung nimmt die Nachricht mit »großer Sorge und Betrof­fenheit« auf. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der von den USA nicht informiert worden ist, bekräf­tigt in einer Fernsehansprache, es »sei eine falsche Entscheidung getroffen worden,,, dennoch werde man den Bündnisverpflichtungen nachkom­men. Es komme nun darauf an, den Krieg so schnell wie möglich zu be­enden. Kritik und Bedauern kommen vor allem auch aus Frankreich, Russ­land und China. Dagegen unterstützt der japanische Ministerpräsident Ju­nichiro Koizumi den Militärschlag.

Die USA haben rd. 250 000 Solda­ten in die Krisenregion entsandt, wo­von 110 000 in Kuwait stationiert sind. Auch die Kurden im Nordirak kämpfen unter US-Kommando. Die Briten haben etwa 45 000 Soldaten in die Golfregion geschickt, ferner ist unter Führung des Flugzeugträgers HMS Ark Royal« das größte briti­sche Flottenaufgebot seit dem Falk­landkrieg 1982 im Einsatz. Australien stellt 2000 Soldaten, darunter Spe­zialeinheiten und Experten für ABC­Waffen. Auch Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe gehören dazu.

Spanien, das sich früh in die »Alli­anz der Willigen« eingereiht hatte, schickt nur Logistik und Sanitätsein­heiten an den Golf. Vergleichbaren Beistand leisten auch Dänemark, Po­len, Tschechien, Rumänien, Bulga­rien, die Slowakei und Albanien.

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Quelle: JAHRESRÜCKBLICK

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