in Chronik 1997

Die erste Neuerung, die uns das Jahr bescherte, war die Einführung der Autobahnvignette, des sogenannten „Pickerls“, die jeder Autobahnbenützer vor der Auffahrt auf diese kaufen muss. Es gibt zeitlich abgestufte Vignetten (Wochen-, Monats-, Jahrespickerl usw.). Kurzzeitvignetten die vor allem für die Urlauber vorgesehen sind, waren anfangs des Monats bald ausverkauft und man kam ihrer Beschaffung nicht nach. Ein totales Chaos war die Folge, sodass die Regierung eine Schonfrist bis Ende Jänner gewährte. Ab dann musste jeder, der ohne sie angetroffen wurde, eine hohe Strafe zahlen (1050 S).

Der Jänner brachte einen Regierungswechsel: Kanzler Franz Vranitzky trat am 18. 1. von seinem Amt und als Parteiobmarm der SPÖ zurück und machte Viktor Klima Platz. Dieser wurde am 9. 4. auch Chef der SPÖ, er tauschte auch die SPÖ-Minister aus. Neuer Mann an der Spitze der UNO als Generalsekretär wurde am 1. 1. der Ghanaer Kofi Annan. Der Norden Europas erstarrt in tiefsten Temperaturen, sie legen in weiten Teilen den Verkehr lahm und forderten mehr als 200 Tote.

Am 27. 1. wird der seit 1992 fünfte BSE-Fall Deutschlands in Hannover-Braunschweig bekannt, sodass es dort zu Massenschlachtungen kommt. BSE ist seit 1986 in Großbritannien bekannt. Es ist der sogenannte „Rinderwahnsinn“, der durch die Fütterung von Tiermehl entstehen kann und als Kreutzfeld-Jakobs-Krankheit für den Menschen tödlich ist.

Die Menschen lernen nicht dazu und greifen immer wieder in die Natur ein: In Schottland wurde erstmals ein erwachsenes Schaf geklont (23 .2.).

Neue Diskussionen und Vorschläge für die Einbindung des Außerferner Verkehrs in das Inntal gibt es wieder im Februar. Ein Vorschlag lässt aufhorchen: Er sieht eine Untertunnelung des Wettersteins durch einen Bahntunnel von Ehrwald bis Telfs vor.

Im März wird das Tiroler Volk darüber befragt, ob es für eine Austragung der Olympischen Winterspiele 2006 in Innsbruck und Umgebung ist. Die Obsteiger sind zu 75% dafür, bezirksweit gibt es 5499 JA und 1004 NEJN – Stimmen, tirolweit sind 69 % dafür, aber Innsbruck selbst votiert zu fast 53% dagegen. Da Innsbruck aber allein den Ausschlag gibt, ist das Projekt gefallen.

Der hellste Komet dieses Jahrhunderts, der Hale-Bopp, nähert sich an1 23. 3. auf 196 Mio. km der Erde. Er ist mit freiem Auge sehr gut und groß zu sehen. Im April macht der FPÖ-Klubobmann Stadler von sich reden, als er sich für ein „wehrhaftes Christentum“ gegen den „staatsgefährdendcn Islam“ stark macht. Ansprechpartner für die FPÖ ist anscheinend der St. Pöltener Bischof Kurt Krenn.

Die Österreicher geben in einer Volksbefragung dem Handel mit genveränderten Lebensmitteln mit 1,3 Millionen Unterschriften eine Absage und mit 700.000 Unterschriften der Schaffung von mehr Frauenrechten eine Zustimmung. Der österreichische Skispringer Andreas Goldberger, der auch als Vorbild für die Jugend gilt, gibt zu, Kokain genommen zu haben und wird vorläufig vom ÖSV suspendiert. 343 Mekkapilger sterben am 15. April bei dem Brand ihrer Zeltstadt vor den Toren des islamischen Heiligtums.

Der Innsbrucker Forscher Patzelt entdeckt an Hand von Bodenschichten im hintersten Ötztal, dass es dort schon 8000 v.Chr. menschliche Kultur gegeben haben muss, denn für die Hochweiden in diesem Gebiet wurden Brandrodungen vorgenommen.

Die Roppener Mülldeponie, wohin auch Obsteiger Müll entsorgt wird, wird derzeit erweitert durch die Deponie „Roppen II“.

Im Mai gibt es eine dramatische Flüchtlingswelle im Osten von Zaire, wo zahllose Menschen vor den Stammes- und Militärkämpfen fliehen müssen (Ähnliches schon 1996).

Die Kenneichnung von genveränderten Lebensmitteln wird nun europaweit eingeführt. Unser Diözesanbischof Stecher spricht sich für das Priesteramt verheirateter Männer aus, da ja auch „der erste Papst verheiratet gewesen ist.“ Im Juni (17.6.) werden in Amsterdam die Euro-Münzen für 2002 offiziell vorgestellt. Der seit 1990 zum Schutz der Elefanten verbotene Handel mit Elfenbein ist ab Juni 1997 wieder beschränkt erlaubt. Anscheinend hat sich die Population wieder erholt.

Die deutsche Rechtschreibreform droht zu kippen. In Österreich sprechen sich 91 % der Autoren dagegen aus, in Deutschland sind Verlage, Handel, Schriftsteller usw. auch dagegen.

Linksparteien sind derzeit in Europa auf dem Vormarsch.

Jahresüberblick Obsteig 1997

Bei der Gemeindeversammlung im Jänner im Gasthof „Löwen“ erfuhr man, dass Obsteig mit ca.
11 Mio. S. verschuldet ist, wovon allein der Kanal 9,5 Mio. ausmacht. Die gemeindeeigenen Häuser Gemeindehaus, Volksschule, Kindergarten mit vier Wohnungen, Heideggerhaus und Lehnberghaus sind schuldenfrei. Als Vorhaben für das heurige Jahr nannte Bgm. Auer die Kirchplatzsanierung, Wegasphaltierungen und die Kanalisierung von Wald und Gschwent. Weiters soll für das Gemeindeamt eine Halbtagskraft angestellt werden. Manche Fragen befassten sich mit dem Grünberglift, der eine „lebendige Leiche“ darstellt, weil er fast nicht mehr finanzierbar ist.
Im Jänner begann die Feuerwehr auch mit der Aufstellung einer ortseigenen Jugendfeuerwehr,
Buben und Mädchen, die in das Feuerwehrwesen eingeführt werden sollten, aber im Ernstfall nicht zum Einsatz kommen. Betreuer dieser Gruppe wurde Robert Marthe.

Der Gemeinderat budgetierte für das heurige Jahr im ordentlichen und außerordentlichen Budget insgesamt ca. 21 Mio. S.

Die Obsteiger Viererbobmannschaft, bestehend aus Egon Schennach, Helmut Pilser (Mötz), Erich Mirth und René Santer holte sich im Jänner in Bramans (F) den Europameistertitel im ViererStraßenbob.
Beim Europacup am 25. Jänner in Holzleiten wurde der Zweierbob mit Egon Schennach und Helmut Pilser zweiter.

Im Februar kaufte der Aldranser Ing. Thomas Haisjackl von Erich Schletterer um 7,1 Mio. S die Klammer Mühle.

Aus der unteren Wohnung im Schulhaus sollen heuer dringend benötigte Räume für die Schule adaptiert werden.

Am 27. 2. stellte der Gemeinderat Frau Elvira Pabst als Halbtageskraft im Gemeindebüro (neben Egon Schennach) an.
Die Wahlen in den Pfarrgemeinderat im März brachten einige personelle Änderungen.

Eine große Arbeit wurde heuer im April beschlossen. Denn seit dem 17.4. ist das Oberviertel (Holzleiten, Weisland und Aschland) mit Nassereith in das Klärwerk Imst eingebunden. Das ewige Sorgenkind Obsteigs, der Lift, soll laut einem GRBeschluss endlich saniert werden, wenn es nach der Meinung der Gemeinderäte geht. Denn die Gemeinde übernimmt nun 60% der Altlasten dieses Unternehmens.

Im Mai ist der Kindergartenumbau im großen und ganzen fertig, die Einrichtung des 2. Gruppenraumes wird um 55.000 S der Fa. Kapeller in Haiming übergeben.

Am 4. Juni wird Schaller Herta nach Siegfried Haller Legalisatorin in Obsteig.

Und im Juli begann die Arbeit am Kanal in Wald.

Durch den Tod von P. Alberich Svarc am 15.6. verliert Obsteig einen Ehrenbürger. P. Alberich war von 1946 ab mit kurzen Unterbrechungen bis Allerheiligen 1977 Seelsorger in unserer Pfarre. Von da an lebte er im Haus zum Guten Hirten in Hall.

Der Simmering feiert am 14. Juni die Einweihung einer kleinen Kapelle am Hüttenboden. Zustande gekommen ist sie durch das Engagement des Hüttenwirtes Luis Soraperra und seiner Frau Herta. Der große Umbau der Hütte selbst wird aber erst im September fertig.

Im August verspricht der Gemeinderat der Liftgesellschaft eine weitere Unterstützung: In vier Jahresraten soll die Gemeinde dem Lift mit insgesamt 2,4 Mio S unter die Arme greifen.

Die Einweihug des Gschwenter Wasserbassins am 7. 9. erfolgt bei Regenwetter, wird aber dennoch zu einem schönen Fest, ebenso wie die Einweihung des z.T. neugebauten Kindergartens am 5. Oktober.

Ein großes Bauvorhaben in Obsteig startet mit dem Grundaushub für zwei weitere Siedlungsbauten auf dem Heideggergrund im November.

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Quelle: Gemeinde Obsteig

Orginaldokument: Jahresrückblick 1997