in Chronik 1984

Kurze Charakteristik :

vorherrschende Probleme in diesem Jahr waren einmal die vielschichtigen, kaum überblickbaren Schädigungen der Umwelt. Der „saure Regen“ wurde dieses Jahr zu einem Begriff. Das in den Boden einsickernde Regenwasser entsteht in den umweltverschmutzten Wolken über den Ballungsgebieten und schädigt die Pflanzen, die diese Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen. Ein weiteres Schlagwort wurde heuer das „Waldsterben“ infolge der massiven Luftschädigungen durch Industrieabgase, Autoabgase und Heizungsqualm.

In unserem Bundesland sind laut Auskunft der Landesforstorgane etwa 35% des Waldes teilweise geschädigt, aber noch zu retten, wenn die Menschen sofort umdenken lernen. In der Schweiz und in Vorarlberg wurde es zum Gesetz, daß man auf Autobahnen 100 km/h und auf Landstraßen 80 km/h fahren darf. Auf der Suche nach Verbesserung der Autoabgase fand man zum blei­ freien Benzin und zum Einbau eines „Katalysators“, der sehr entgiftend wirken soll.

Ein weiteres Umweltproblem in Österreich ist der Streit um den Bau oder Nicht-Bau des Kraftwerkes in Hainburg, das einen Teil der landschaft­ lich wertvollen Donau-March-Auen vernichten würde. Quer durch die Parteien und alle Bevölkerungsschichten wurde im Spätherbst dieser Streil ausgetragen. Als schließlich die Rodungskommandos (der Bau hätte ca.2000 Arbeitsplätze gebracht) in die Au einrückten, wurde diese von etwa 3000 Leuten besetzt.

Hunderte von Gendarmen sollten die Ruhe aufrechterhalten und am 19.Dezember wurde Prügelbefehl (Gummiknüppel) gegeben. Ab Weihnachten gab es Waffen­ stillstand, den man schließlich zu einer „Überlegungspause“ für ein Jahr ausdehnte.

Seit dem Frühjahr streiken in England die Bergknappen , weil die Regierung einige Zechen schließen will. Ein Ende war bei Jahresschluß noch nicht in Sicht.

In Deutschland streikten im Frühjahr die Druckergewerkschaften und aus Sympathie noch weitere Berufzweige zur Erreichung der 35 Stunden – Woche. Viele verloren dadurch ihr Erspartes und konnten daher nicht in den Urlaub fahren, was man auch bei unserem Fremdenverkehr leicht merkte.

Auch in Österreich gab es diesbezügliche Demonstrationen, aber ohne weitere Folgen.

Die Arbeitslosigkeit ist in den EG-Ländern größer als in Österreich, hier hält sie sich in Grenzen. Die Inflationsrate bei uns beträgt 6,5 %, mehr als die“anpassenden“ Lohnerhöhungen.

Das Wetter : Seit 1916 gab es keinen so nassen September mehr, die anschlie­ßende Trockenheit von Oktober bis Dezember war seit Jahrzehnten nicht mehr so akut.

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Quelle: Gemeinde Obsteig

Orginaldokument: Allgemeiner Rückblick 1984