Ansitz Schneggenhausen

Der Ansitz Schneggenhausen, im Volksmund ,,Postmeister“ genannt, seit den ersten landesfürstlichen Kanzleiakten anfangs des 14. Jahrhunderts erwähnt, befindet sich seit dem Jahr 1570 im Besitz der Familie Gassler (später Gassler-Föger).

Er war ein Freilehen, das heißt, seit jeher dem Landesfürsten direkt unterstellt und hatte zwar nie eine Steuer zu zahlen, der jeweilige Besitzer musste jedoch stets dem Landesherrn verfügbar und dienstlich sein.

Weil die Burg Klamm bei größeren Jagden für die Unterbringung des Personals der Hunde und Pferde zu beengt war, musste z.B. der Besitzer von Schneggenhausen für deren Unterkunft und Verpflegung sorgen. Dies dürfte auch für das Schlösschen Freundsheim in Mieming gegolten haben.

Auch musste jeder, der in Erbfolge oder infolge eines Kaufs Besitzer des Freilehens wurde, dem Landesfürsten einen genau festgesetzten Lehenseid ablegen, dessen Text seit Erzherzog Sigmund dem Münzreichen schriftlich überliefert ist.

Diese Lehensfolge ging bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dann konnte sich die Familie Gassler freikaufen und das Anwesen ging in ihren Privatbesitz über.

Durch Einheirat des Löwenwirtssohnes Ingenuin Föger mit Agnes Gassler (1889) ging das Postpatent auf Schneggenhausen über. Das Postamt war nämlich davor im Löwenwirt untergebracht. Nun hieß eben der Ansitz Schneggenhausen „beim Postmeister“ und heißt es heute noch, obwohl das Postamt seit 1979 im neuen Gemeindehaus untergebracht ist. Alte Hausnamen halten sich lange.

Jetzt besteht in der Gemeinde das Bestreben, dieses Haus zu kaufen und hier ein Gemeindezentrum zu schaffen. Damit wäre bei der Kirche, dem Widum, der Schule und dem Lebensmittelgeschäft ein neuer Mittelpunkt in der Unterstraß geschaffen. Auch das Tourismusbüro würde hier untergebracht. Ein neuer, größerer Gemeindesaal mit Kongresszentrum könnte hier Platz finden. In das ganze Vorhaben fließt auch die Hoffnung, der Durchzugsverkehr könnte durch den baldigen Bau des Tschirganttunnels ein Ende finden.

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Quelle: Gemeinde Obsteig

Orginaldokument: Ansitz Schneggenhausen