Bedeutung der Brunnen in unserer Gemeinde

Wasser ist  lebensnotwendig – heute ist es für uns selbstverständlich, dass wir nur den Wasserhahn aufdrehen und hochwertiges Trinkwasser sprudelt heraus. Aber wie war es früher?

 

Wenn wir 100 bis 150 Jahre zurückgehen, genügte damals schon ein Wasserlauf oder eine Quelle in der Nähe eines Bauernhofes oder Weilers, um das kostbare Wasser aufzufangen. Oft wurde auch das Wasser zum Kochen einfach in Kannen vom Bach geholt, die Hygiene spielte früher sicherlich keine große Rolle. Zuerst wurde über hölzernen Rinnen das Wasser zu den Brunnen geleitet, die meistens im Zentrum der Weiler oder Dorfgemeinschaft standen. Aus dem Jahr 1886 gibt es ein Brunnenbuch für die 14 Häuser in der Unterstrass, in dem aufgelistet ist, wieviele Rohre jede Partei jährlich stellen muss. Im Jahr 1908 schrieb die Gemeindevorstehung unter Vorsteher Alois Wille, dass diese „alte hölzerne Wasserleitung“ schon ca. 400 Jahre bestehen würde. Im Jahr 1912 unter Vorsteher Matthias Sonnweber wurden mit der Bezirkshauptmannschaft Imst und dem Tiroler Landeskulturamt wasserrechtliche Verhandlungen über Druckrohrleitungen geführt und geplant. Da die Gesamtsumme ca. 12.000 Kronen betrug, stellte die Gemeindevorstehung ein Subventionsansuchen an den Tiroler Landesausschuss und an das k.k. Ackerbauministerium in Wien.

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Galerie 2:

Für die Fraktion Unterstrass ab dem Neubau des Maurerpolier Cajetan Piller (heute Unterstrass 236, Kirchmair), der soeben neu erbauten Ratschiller Villa, der Handlung Sonnweber (Unterstrass 246) und dann ab den Häusern Malaun (Unterstrass 249 Wegmacher) bis zum Ortsende von Obsteig, dem Haus der Josefa Spielmann (Unterstrass 260 Scharmer, dieser Hof wurde im Zuge des Straßenbaues 198? abgetragen) waren es insgesamt 17 Interessenten. Das waren ca. 70 Einwohner mit 60 Stück Groß- und 30 Stück Kleinvieh. Ursprünglich, vor 1912, führten oberflächlich liegende Holzrohre zu den 3 oder 4 öffentlichen Auslaufbrunnen. Das Projekt für die Hochdruckwasserleitung begann bei der Quelle auf den Gp. 4149 und Gp. 4150 ( Anmerkung Redaktion: wer weiß wo dies ist?)

Die gesuchten GP 4149 und 4150 lagen vor der Grundzusammenlegung im Bereich des heutigen Bassins in der Sturl.
Mitteilung von Toni Riser

Galerie 3:

Bereits 1929 gab es Beschwerden bezüglich schlechter Trinkwasserverhältnisse, aber es dauerte einige Jahre, bis vermutlich 1939 die Trinkwasserleitung erneuert und mit besseren Rohren ausgestattet wurde.

Galerie 4:

Für den Weiler Wald mit seinen 14 Anwesen, ca. 60 Einwohnern und 90 Stück Groß- und 80 Stück Kleinvieh, gab es um 1910 einen öffentlichen Brunnen. Dieser stand zwischen den Häusern der Familien Thaler vulgo Xander und Kirschner.

Galerie 5:

Für den Weiler Thal mit seinen 4 Anwesen, ca. 20 Einwohnern und 30 Stück Groß- und 20 Stück Kleinvieh, gab es um 1910 ebenfalls einen öffentlichen Brunnen. Dieser stand vor dem Doppelhaus der Familien Kraxner und Rudig.

Das Chronikteam Obsteig würde sich freuen,  zahlreiche Hinweise (Erinnerungen an früher, eventuell Bilder usw.) zum Thema Obsteiger Brunnen zu erhalten. In nächster Zeit möchten wir über die restlichen Brunnen in Obsteig (Gschwent, Klammer Mühle, Oberstrass, Arzkasten, Aschland, Weisland, Holzleiten und Almen) berichten. In Zeiten wo das Motto „dahoam bleiben“ noch länger Realität sein wird, hat man vielleicht etwas mehr Muße in alten Schachteln und Alben herumzustöbern.

entweder per @ an:
oder telefonisch bzw. über WhatsApp an: Johannes M.Faimann 0664/5031240

Fotos und Text: Tiroler Kunstkataster, Toni Riser, Stecher Hubert und J.M.Faimann

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Quelle: Chronik Obsteig