in Chronik 2004 - 2005
Aufsichtsjäger Alois Raich und der Erleger des Hubertushirsches Christoph Oberrauch.

Aufsichtsjäger Alois Raich und der Erleger des Hubertushirsches Christoph Oberrauch.

Die Jägerschaft des Bezirkes Imst lud am Samstag, den 6. November zur Bezirkshubertusfeier. Angeführt von der Musikkapelle Obsteig brachten die Jäger und ihre Gäste den kapitalen Hubertushirsch im feierlichen Fackelzug zur Segnung durch den Obsteiger Pfarrer Pater Augustin. Der Präsident der Südtiroler Industriellenvereinigung Christoph Oberrauch hatte einige Täge zuvor in Begleitung seines Pirschführers Aufsichtsjäger Alois Raich das Tier auf Obsteiger Jagdgebiet in Aschland zur Strecke gebracht. Nicht weniger als 13 gemeinsame Pirschgänge waren diesem Jagderfolg vorausgegangen. Der Imster Bezirksjägermeister Norbert Krabacher und „Hausherr“ Bgm. Mag. Gerald Schaber konnten zahlreiche Ehrengäste in Obsteig begrüßen. NRtin Astrid Stadler hob in ihren Grußworten an die versammelten Festgäste die Bedeutung der jagdlichen Wildhege im Sinne eines modernen Naturschutzes hervor. Der EU-Abgeordnete Dr. Michl Ebner wiederum bedauerte in seiner Festansprache, dass auf Grund der zunehmenden Verstädterung unserer Gesellschaft das allgemeine Verständnis für die Jagd sinke.

 

 

Der Hl. Hubertus

Über seine Herkunft und Jugend gibt es unterschiedliche Berichte. Sicher ist, dass er Bischof von Tongern-Maastricht war.722 verlegte er den Bischofssitzvon doft nach Lüttich. Er starb 727 in Tervuren/Brüssel. Bereits am 3. November 743 wurde er heiliggesprochen. An diesem Tag wird er seitdem gefeierl. Sein Grab befindet sich in Saint-Hubert in den Ardennen/Belgien. Es gibt unterschiedliche Berichte über den ersten Teil seines Lebens. Danach soll er aquitanischer Adliger gewesen sein und somit ein Vorfahre der französischen Könige. Am bekanntesten ist die Legende von seiner Bekehrung, als er bei einem seiner Jagdausflüge in den Ardennen einem kapitalen Hirsch nachstellte: Als er den Hirsch nach langer Pirsch endlich stellte, war er sehr verwundert, als dieser ohne Regung vor ihm stehen blieb. Schon wollte Hubertus zum Bogenschuss ansetzten, da erblickte er plötzlich zwischen den Geweihstangen des Hirsches ein leuchtendes Kreuz. Gleichzeitig vernahm er eine geheimnisvolle Stimme, die ihn ermahnte, neben den weltlichen Vergnügungen das ewige Leben nicht zu vergessen. Aus Hubertus, dem Jäger ohne Grenzen, wurde fortan ein Heger und Bewahrer der Natur, der die Wildtiere als Geschöpfe Gotles achtete. Bereits im 10. Jahrhundert wurde Hubertus von Jägern als ihr Schutzpatron verehrt. Das Motiv der Hubeftuslegende – ein vor einem Hirschen, der im Geweih ein strahlendes Kreuz trägt, niederknieender Jäger – ist seitdem oftmals von Künstlern aufgegriffen worden: Dürer stellte es in einem Kupferstich dar, Kändler formte die Porzellanplastik „St. Hubertus“ im Schloss Moritzburg, Grone gestaltete die Vision als Deckengemälde im Schloss Hubertusburg.

Christoph Oberrauch, Sabine Ortner, Jörg Trenkwalder und Christian Oberguggenberger

Christoph Oberrauch, Sabine Ortner, Jörg Trenkwalder und Christian Oberguggenberger

Die Jagd in Obsteig

Auf Obsteiger Gebiet befinden sich vier Jagdreviere, wobei Marienberg und Simmering den Bundesforsten unterstehen. Die Eigenjagd der Gemeinde (Lehnberg) und die Genossenschaftsjagd (Obmann Christian Oberguggenberger) sind langfristig an die Raiffeisen Landesbank (RLB) verpachtet. Jagdleiter ist Jörg Trenkwalder.

In Obsteig

 

Die Winterzählung 2004 ergab für das Obsteiger Jagdgebiet einen Rotwildbestand von beachtlichen 105 Stück. Dieser gesunde Wildbestand ist das Ergebnis kompetenter und verantwortungsbewusster jagdlicher Hege. Erhaltung und Regulation des Wildbestandes, aber auch der Schutz der Lebensräume des Wildes sind die Kernaufgaben einer zeitgemäßen Jagd. Der Jäger weiß wie kein Anderer um die Gesetze des Waldes und das Verhalten der Tiere. Er beobachtet die Wildtiere in ihrem natürlichen Habitat und greift ein, wenn Krankheiten drohen. Die Trophäe ist letztendlich Zeichen für die Gesundheit und Lebenskraft des Wildbestandes und damit tatsächlich Anlass für Stolz und Freude.

Der Hubertushirsch – ein Sechzehnender

Anlass für Sorge und Arger hingegen geben immer wieder neue Fälle von Wilderei. So wurde erst lich im kürz- Bereich von Weisland ein gewilderter 16-Ender aufgefunden und im Sommer in Holzleiten ein Hirsch in halbverwestem Zustand, beidem die Trophäe höchst unfachmännisch entfernt worden war. Einen weiteren Grund für Wildverluste stellt der ständig steigende Verkehr dar. Derzeit werden im Gurgeltal neue, vielversprechende Reflektoren getestet. Bei Anstrahlen durch ein Fahrzeug senden diese einen Hochfrequenzton aus, der die Tiere am Überqueren der Fahrbahn hindern soll.

Nicht zuletzt stellt die Jagd auch einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor dar. Neben den Pachteinnahmen liefert die Jägerschaft Wildbret und das Rohmaterial für die beliebten Hirschhornknöpfe und anderen jagdlichen Accessoires.

 

 

 

 

 

P Augustin bei der Messe und der starke Hubertushirsch

 

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Quelle: Gemeinde Obsteig

Orginaldokument: Bezirkshubertusfeier