in Chronik 2002 - 2003

Liebe Obsteigerinnen, liebe Obsteiger

 

 

Nachdem ich vier Jahre lang als Gemeinderat und Vizebürgermeister kritische Beiträge geliefert und Veränderungen eingefordert habe,

bewerbe ich mich jetzt um das Amt des Bürgermeisters von Obsteig.

 

 

 

Die Überzeugung, dass Obsteig eine sehr lebendige und gut funktionierende Gemeinde sein kann, war ein entscheidendes Motiv für meine Kandidatur mit der Liste „NUIS SCHMÅLZ“ bei der letzten Gemeinderatswahl.

 

Das unter den Schlagwörtern Information, Mitsprache der Betroffenen und Transparenz zusammengefasste Programm meiner Liste steht für Politik abseits von Parteipolitik und Interessens- oder Standesvertretung. Dieser Ansatz ist auf einen ständigen Dialog mit der Bevölkerung angewiesen und hat für mich nach wie vor uneingeschränkte Gültigkeit.

Ich meine, dass es uns gelungen ist, unsere Grundsätze immer wieder und in verschiedenen Situationen ins Spiel zu bringen. Das hat naturgemäß zu etlichen Konflikten geführt, im Lauf der Zeit aber auch zu Veränderungen im Gemeinderat und im Ort.

Ich spüre in immer größer werdenden Teilen der Bevölkerung eine Offenheit für neue Ideen, verbunden mit dem dringenden Wunsch, „dass endlich etwas geschieht in Obsteig“.

Dazu müssen neue Wege gefunden werden, die sich sowohl inhaltlich als auch formal deutlich von vorangegangenen unterscheiden.

 

 

Alte Pfade hinter sich lassen – neue Wege beschreiten

Die Gemeinde Obsteig ist nicht nur eine Behörde, sie ist auch ein Dienstleistungs- und Verwaltungsbetrieb, der jährlich fast 2 Mill. Euro (rund 25 Mill. S) umsetzt und mit fast 1000 „Kunden“ zu tun hat.

Die Bevölkerung kann erwarten, dass professionell gearbeitet wird und gut funktionierende Strukturen bestehen.

 

Gut funktionierende Strukturen müssen laufend angepasst werden, wenn sie weiterhin gut funktionieren sollen.

 

Erfolgreiche Politik begegnet den ständigen Veränderungen mit neuen Methoden und neuen Wegen.

 

 

·    Zeitgemäße Arbeitsformen mit klaren Strukturen („Spielregeln“) bringen „von selbst“ bessere Arbeitsergebnisse mit sich und sind eine Grundvoraussetzung für ein Klima der Offenheit und Transparenz.
Nach einer Bestandsaufnahme werden einzelne Bereiche auf ihre Effizienz und Notwendigkeit hin überprüft. Bei Bedarf wird neu strukturiert, eine Betriebsordnung klärt Zuständigkeiten und Verantwortungen. Dies soll dazu führen, dass vorhandene Mittel (personell, finanziell, Arbeitsgerät, Gemeindebesitz) effektiver eingesetzt werden.·    Zur Zeit bleibt nach Abzug der laufenden Ausgaben („Betriebskosten“) und des Schuldendienstes nicht mehr viel an frei verfügbaren Mitteln übrig. Der Verschuldungsgrad der Gemeinde muss gesenkt werden, damit der Spielraum wieder größer wird – auch wenn das mit nicht populären Maßnahmen verbunden ist.·    Die Planung von Vorhaben wird mühsam und manchmal sogar unmöglich, wenn keine Zielsetzungen formuliert sind. (Das betrifft auch Vorhaben, die nicht besonders aufwändig sind). Ohne Klarheit darüber, was wann wo wie erreicht werden soll, können Entscheidungen oft nicht vorbereitet, getroffen und bewertet werden. Ich sehe darin ein wesentliches Motiv für einen „Stillstand“ in den letzten Jahren.
Für einen Aufbruch muss zumindest eine Richtung feststehen.„Eine Aufbruchstimmung entsteht nur dort, wo sich Menschen einen Aufbruch auch vorstellen können.
Deshalb ist die Entwicklung von Leitbildern so wichtig.“

·    Obsteig soll nach außen offen sein und über die Grenzen hinaus denken. (Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden, sich stärker an regionalen Projekten [Leader plus, IRI, Interreg, …] beteiligen).
Dazu gehört auch, dass sich die Gemeinde Obsteig in der Region und im Land positioniert: Unterstützung kann nur dann erwartet werden, wenn Bestandsaufnahmen, Willensäußerungen und Konzepte klar formuliert sind.

·    Das Potential der Gemeinde (Fähigkeiten der Bevölkerung, Besonderheiten der Umgebung, …) kann noch wesentlich besser genutzt werden als bisher. Die Gemeinde / der Bürgermeister muss sich laufend mit verschiedenen Mitteln um die Mitarbeit der Bevölkerung bemühen.

 

 

Stichwort: Dorfentwicklung

Ziel jeder Dorfentwicklung ist die Verbesserung der Lebensqualität der DorfbewohnerInnen.

 

Die Gemeinde Obsteig ist mit einer Infrastruktur ausgestattet, die eine Entwicklung in viele Richtungen zulässt.

 

Wie diese Infrastruktur – die so oder so erhalten werden muss – genutzt wird, hängt wesentlich von Initiativen der Bevölkerung ab.

 

Aktive Menschen sollen sich durch die Gemeinde ermuntert sehen. Die Gemeinde ist in solchen Situationen ein Partner und darf nicht als Hindernis erlebt werden.

 

In ständigem Dialog mit der Bevölkerung – mit der Jugend, mit Wirtschaftstreibenden, mit Vereinen, mit älteren Menschen, … – entstehen Rahmenbedingungen, die Eigeninitiativen fördern.

 

Klarstellung: „Ich halte es für nicht seriös (und es widerspricht meiner Vorstellung vom Amt des Bürgermeisters), größere Projekte konkret zu versprechen: Diese müssen vorher mit Betroffenen und mit dem Gemeinderat abgesprochen werden und in einen größeren Zusammenhang (siehe Zielvorstellungen) gestellt werden können. Das gilt auch für solche Vorhaben, die scheinbar ‚eh nichts kosten, wenn …‘. Außerdem wären solche Versprechen angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde ziemlich verwegen.“

Ich weiß, dass sich Projektideen und –entwürfe in Köpfen und Schubladen befinden. Bei entsprechender Motivation werden sie auch „auf den Tisch“ oder „unter das Volk“ kommen.

Die Gemeinde Obsteig ist in den kommenden Jahren sicher nicht in der Lage, wichtige und notwendige Projekte (Arbeitsplätze im Ort, Tourismus, Nahversorgung, …) finanziellzu unterstützen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die zu Initiativen (und in der Folge zu Investitionen) ermutigen.

Dass Obsteig über zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten verfügt, ist bekannt. Es ist jetzt wichtig, einen Konsens zu finden, welcheRessourcen genutzt werden sollen und auf welche Artdies geschehen soll.

Widersprüche und Unvereinbarkeiten müssen aufgehoben werden, damit klar vermittelt werden kann: „Obsteig ist ein interessanter Standort für …“.

„Vom Standpunkt Dorfentwicklung aus betrachtet ist es schwer nachvollziehbar, dass einer Umwidmung des bisherigen Gewerbegebietes in Mischgebiet zugestimmt wurde. Wer kommt jetzt noch auf die Idee, Obsteig als Standort für Betriebsansiedlungen in Betracht zu ziehen?! Da ist einiges zu klären.“

 

Meinerseits steht die Einladung an alle Interessensgruppen zur gemeinsamen Arbeit.

 

 

 

Stichwort: Bürgermeister

Die Zeit der „Dorfkaiser“ ist vorbei.

Die Qualitäten eines Bürgermeisters messe ich daran, inwieweit es ihm gelingt, die Stärken seiner Gemeinde zu mobilisieren und große Teile der Bevölkerung bei wichtigen Entscheidungen einzubinden.

Das passiert nicht von heute auf morgen und auch nicht von selbst.

 

 

Da müssen neue Wege gegangen werden.

 

 

 

Für mich ist das eine faszinierende Aufgabe!

 

 

 

„Ein Bürgermeister, der die Bevölkerung mit seinen Vorstellungen beglücken will, sieht die vielen Ideen der Menschen rund um ihn herum nicht.“

Jeder Bürgermeister bemüht sich, dass Arbeitsplätze im Ort geschaffen werden, dass der Tourismus floriert, dass die Nahversorgung funktioniert, usw. Die entscheidende Frage ist in diesem Zusammenhang, wie das erreicht werden soll.

Die in den letzten Jahren benutzten Wege haben offensichtlich nicht zu den erhofften Ergebnissen geführt.

Wir können es uns nicht länger leisten, auf einen Großinvestor zu warten, der uns mit einem Riesenprojekt beglückt.

„Neue Wege sind gefragt.“

Das Amt des Bürgermeisters ist ein ausführendes Organ und ich verbinde mit „Bürgermeister“, dass er

·    Bescheid weiß um die Anliegen und Interessen der Bevölkerung

·    bei Interessenskonflikten unparteiisch und integrativ agieren kann

·    die Eigenheiten (Stärken und Schwächen) „seiner“ Gemeinde kennt

·    sich in den Strukturen (Behörden, Ämter, Verfahrensfragen, rechtliche Belange, …) zurechtfindet und sie zu nutzen versteht

·    ein Team motivieren und leiten kann

 

Damit beschränkt sich das hauptsächliche Arbeitsfeld des Bürgermeisters auf das Koordinieren und das Organisieren.

„Politiker, die für alles eine Lösung haben, sind mir unheimlich. Das sind meistens auch schlechte Zuhörer.“

 

 

Zur Person:

Gerald Schaber, geb. 1964, verheiratet, 3 Kinder.

  • Abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften.
  • 8 Jahre Berufserfahrung auf dem Gebiet des Verwaltungsrechtes im Landesdienst – u.a. zuständig für Verkehr, Sicherheit, Baurecht, Naturschutz und Abfall, Trinkwasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen, zivilrechtliche Angelegenheiten des Landes, Gesundheitswesen.
  • Führungsqualitäten, organisatorische Fähigkeiten: Leitung zweier Referate an einer Bezirksverwaltungsbehörde, mehrjährige Verhandlungserfahrung (in Naturschutz, Baurecht, Wasserrecht), Besuch der Verwaltungsakademie des Landes (Schwerpunkt: Konfliktmanagement, Führungspsychologie, Projekt- und Verwaltungsmanagement).

 

 

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Quelle: Gemeinde Obsteig

Orginaldokument: Bürgermeisterkandidat Gerald Schaber