Coronakrise in Obsteig

Kindergarten

Laut Gemeindeamtsleiterin wurde ab 18.03. 2020 auf den behördlich verordneten eingeschränkten Betrieb umgestellt. Kindergartenleiterin Claudia Bösch berichtet, dass bis Ostern keine Kinder und danach einzelne Kinder, deren Eltern arbeiten gehen mussten, wieder in den Kindergarten gebracht wurden. Claudia Bösch war immer im Dienst, die meiste Zeit vormittags auch Barbara Rudig und Carina Unterweger. Da Lisa Pasch (Hortleiterin, zuständig für die Nachmittagsbetreuung im Hort Schneggenhausen) während der Quarantäne des Paznauntales nicht auf ihren Arbeitsplatz kommen konnte, übernahm zeitweise Barbara Rudig diese Aufgabe. Die Kindergärtnerin Monika Kapeller musste wegen ihrer zwei schulpflichtigen Kinder zu Hause bleiben. Frau Susanne Schaber, die im Hort Schneggenhausen als Assistenzkraft und im Kindergarten als Raumpflegerin arbeitet, wurde von der Gemeinde vom Dienst freigestellt.

Ab Montag 18.05.2020 können die Kinder wieder in den Kindergarten gebracht werden. Die hygienischen Maßnahmen wie Maskenpflicht des Kindergartenpersonals bei Kontakt mit den Eltern, Händedesinfektion usw. werden natürlich eingehalten.

 

VS Obsteig

Ab 16.03.2020 wurde – wie in allen Tiroler Schulen – der Unterrichtsbetrieb in der VS Obsteig auf „Distanzunterricht“ umgestellt: Die Kinder bleiben zu Hause und werden von ihren Lehrpersonen mit Lernangeboten (Aufgaben- und Lernpakete) versorgt. Im Wochenrhythmus werden die Pakete mit den bearbeiteten Aufgaben zur Korrektur an der Schule abgegeben und gegen „neue“ ausgetauscht.

Die Schule ist lediglich für die Betreuung von Kindern offen, deren Eltern außer Haus arbeiten müssen. Im Schnitt waren es fünf Kinder, die an der VS Obsteig betreut wurden.

Da die VS Obsteig am 09.03.2020 einen Skitag in Sölden verbrachte, wurde die Schule vom 18. bis 23.03.2020 behördlich geschlossen (es fand auch keine Betreuung statt): Alle Kinder und Lehrpersonen sollten sich vorsorglich in eine freiwillige Quarantäne begeben.

Auf Wunsch vieler Eltern wurde fast ausschließlich „in Papierform“ gearbeitet, da Computer, Tablets und Handys für Kinder oft nicht zur Verfügung standen. Die vorhandenen Geräte wurden oft von anderen Familienmitgliedern benötigt (ältere Geschwister an höheren Schulen, „Home-Office“ der Eltern, …).

Vereinzelt gestalteten die Lehrerinnen auch Lernvideos, die über das Internet abgerufen werden konnten.

Am 18.05.2020 wird die Schule schrittweise wieder geöffnet. Damit die geforderten Mindestabstände zwischen Personen eingehalten werden können, erfolgt ein Schichtbetrieb: Die Klassen werden in jeweils zwei Gruppen geteilt, wobei abwechselnd eine Gruppe in der Schule unterrichtet wird und die andere zuhause arbeitet.

Einschätzung der Auswirkungen des eingeschränkten Schulbetriebs durch Dir.-Stv. Carmen Stecher:

  • Die Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen, Kindern und Eltern funktionierte größtenteils sehr gut, es gab zahlreiche positive Rückmeldungen.
  • Der Distanzunterricht führte sehr wahrscheinlich nicht dazu, dass weniger Lernstoff vermittelt und bearbeitet wurde. Ein positiver Effekt: Es wurden wichtige Kompetenzen entwickelt und ausgebaut: Selbstständigkeit beim Lernen, Selbstverantwortung, …
  • Aufgrund von Rückmeldungen muss davon ausgegangen werden, dass einige Kinder diese Zeit auch traumatisch erlebt haben (Angst vor einer Ansteckung, Angst vor einer Erkrankung von Angehörigen, …). Das Thema muss nach der Öffnung der Schulen aufgearbeitet werden.
  • Anfangs war der Arbeitsaufwand für die Lehrpersonen groß (Zusammenstellung von geeigneten Lernangeboten und die ständige Erreichbarkeit für Fragen von Kindern und Eltern).
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Kirche

Auf Grund der Corona-Pandemie wurden von kirchlicher und staatlicher Seite Menschenansammlungen ab März 2020 verboten. Die Patroziniumsfeier am 19.03.2020 wurde abgesagt.

Die Gottesdienste in der Karwoche und den Osterfeiertagen,

sowie in den darauffolgenden Wochen sollte unser Pfarrer Andreas Rolli stellvertretend für alle (ohne Pfarrangehörige) feiern. Die Altmesnerin Hedwig Sailer half ihm stets dabei.

Taufen und

Beerdigungen fanden nur in kleinstem Kreis statt, Hochzeiten wurden ebenso verschoben wie die Erstkommunion und die Firmung.

 

Freiwillige Feuerwehr

Feuerwehrübungen können nicht stattfinden. Die interne Kommunikation findet hauptsächlich telefonisch statt. Das Kommando arbeitete für den Fall von Einsätzen einen Maßnahmenplan aus und bemüht sich, die Mitglieder soweit zu informieren, dass die FF Obsteig unter Einhaltung der Vorschriften einsatzbereit bleibt.

Im Alarmfall wäre die Feuerwehr natürlich ausgerückt und war auch in dieser Zeit 24 Stunden und an jedem Tag für die Sicherheit der Gemeinde voll einsatzbereit.

(Kommandant Christian Weiss)

Jahreshauptversammlung und Florian-Feier finden nicht statt.

Den Umständen geschuldet unspektakulär übernahm das Kommando – Kommandant Christian Weiss und Kdt.Stv. Stefan Fitsch – am 20.04.2020 das neue MTFA (Mannschaftstransportfahrzeug mit Allrad) von der Fa. ATOS (Oberösterreich).

Christian Weiss bedankt sich bei der Gemeinde Obsteig:

Vielen Dank für die Unterstützung an BM Hermann Föger und den Obsteiger Gemeinderat, sowie an Die Verantwortlichen im Landes- und Bezirksfeuerwehrverband.

 

Musikkapelle

Musikproben und Veranstaltungen wurden abgesagt. Das geplante Frühjahrskonzert, auf das hin den Winter über geprobt wurde, wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Da die rechtlichen Voraussetzungen für Veranstaltungen (Platzkonzerte, Prozessionen, …) unklar sind, gibt es keine konkreten Ziele, auf die hin geprobt werden soll. Deshalb hat sich die MK Obsteig bis zum Herbst 2020 eine Pause verordnet.

Der einzige Auftritt in der „Corona-Zeit“: Sechs Musikanten spielten bei der Verabschiedung von Josef Schaller (Ehrenmitglied der MK Obsteig, gestorben am 23.03.2020).

 

Chronik Obsteig

Das Chronikteam setzte sein Treffen an jedem ersten Montag des Monats bis auf weiteres aus. Die Obsteiger Chronisten arbeiteten im Homeoffice und veröffentlichten Beiträge auf der Chronikwebseite www.chronik-obsteig.at. Die für Juni geplante Ausstellung im Stadel Schneggenhausen wird auf 2021 verschoben.

Toni Riser vom Chronikteam Obsteig in seinem Riserhof Privatarchiv.

 

Spielgemeinschaft (SPG) Mieminger Plateau

Mit dem Ende der Einschränkungen durch die Corona-Krise hat auch bei der Spielgemeinschaft (SPG) Mieminger Plateau so etwas wie eine neue Normalität begonnen. Alle Nachwuchsmannschaften (U7, U8, U9, U11, U13, U14, U16) und auch die Kampfmannschaft starteten Mitte Mai 2020 mit dem Trainingsprogramm am Untermieminger Fußballplatz. Und das Angebot, die Eltern zu entlasten und den Kindern ihren Lieblingssport wieder zu ermöglichen, wird – wenig überraschend – gut angenommen.

„Es war für uns alle nicht einfach während der Corona bedingten Pause den Bewegungsdrang unserer drei Fußballkinder zu stillen“, berichtet Linda Zotz von einer schweren Zeit. Obwohl ein großer Garten und andere Sportaktivitäten für etwas Abwechslung sorgen konnten, fehlte den Kids der Fußball enorm. Sohn Luca stimmt dem zu: „Ich freue mich auf das Training, weil ich dann alle meine Kollegen wieder treffen werde“.

So ähnlich geht es auch anderen Nachwuchsspielern. Zweimal wöchentlich wird das Training angeboten. Dabei stehen taktische Übungen oder Schuss- und Passtrainings im Vordergrund. Spiele und Zweikämpfe sind derzeit noch nicht möglich zitiert SPG-Sportdirektor Markus Soraperra die Handlungsempfehlungen des Tiroler Fußballverbandes, die vorher mit allen Trainern eingehend besprochen wurden.

Angst vor einer neuen Corona-Welle hat Linda Zotz deshalb nicht. Bei der SPG wird penibel darauf geachtet, dass die Verhaltensempfehlungen, wie Abstand oder Hygieneregeln eingehalten werden. Auch Umkleidekabinen und Duschräume bleiben bis auf Weiteres noch geschlossen. (Fotos und Text SPG, von Redaktion gekürzt, Michael Bstieler)

Markus Soraperra

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Quelle: Chronik Obsteig