Die Coronakrise 2020

Im Dezember 2019 tauchte in China ein neues Virus aus der Familie der Coronaviren auf: Sars-Cov-2. Es verursacht die Lungenkrankheit Covid-19.
Typische Symptome sind Fieber, Husten, Atemprobleme, teilweise Schnupfen und Durchfall.
Meist verläuft der Infekt weniger schwer. Es kann aber auch eine lebensbedrohliche Lungenentzündung entstehen. Die Krankheit breitet sich sehr schnell aus, weil gegen die neue Erkrankung noch niemand einen natürlichen Immunschutz entwickelt hat. Medikamente gegen die Erreger der Infektion gibt es noch nicht. Ärzte konzentrieren sich deshalb auf die Behandlung von Symptomen wie Fieber und Husten. Versagen die Lungen, müssen die Betroffenen intensivmedizinisch betreut werden (Beatmungsgeräte). Wenn zu viele Menschen gleichzeitig behandelt werden müssen, könnte das die medizinische Versorgung überlasten.

Am 11.03.2020 kam das Thema Corona-Virus am Mieminger Plateau an

Die Ordination von Dr. Oberleit in Barwies wird geschlossen, weil der Arzt vom Virus infiziert war. Angestellte und PatientInnen können sich angesteckt haben.

Die Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Obsteig (am 11.03.2020) wird von Obmann Josef Stocker kurzfristig abgesagt. Begründung: Veranstaltungen mit weniger als 50 Personen in geschlossenen Räumen seien zwar erlaubt, der Bürgermeister habe aber ersucht, die Veranstaltung abzusagen. Zudem würden sich dort mehrheitlich ältere Menschen treffen, die ein wesentlich höheres Risiko tragen, von ernsthaften Folgen einer Infektion betroffen zu sein.

Die Bibliothek bleibt ab Freitag, den 13.03.2020 geschlossen.

Personen, die sich in der Praxis von Dr. Oberleit aufgehalten haben, werden von der BH kontaktiert und aufgefordert, sich in „häusliche“ – von der Polizei kontrollierte –

Quarantäne zu begeben. Am 17.03.2020 waren das 35 ObsteigerInnen.
Chronologie der Krise

Die massiven Einschränkungen des sozialen Lebens verändern das Dorfleben

Die Menschen beschränken ihre Ausgänge auf Wesentliches:

notwendige Einkäufe,

den Hund ausführen,

kurz vor die Tür gehen.

Das öffentliche Leben kommt fast gänzlich zum Erliegen: keine Feuerwehrübungen, keine Musikproben, keine Versammlungen der Vereine, keine Sportveranstaltungen, keine Gemeinderatssitzungen, geschlossene Gasthäuser,

keine kirchlichen Veranstaltungen.

Der Großteil der Bevölkerung akzeptiert und unterstützt die Maßnahmen der Behörden und hält sich an die vorgegebenen Regeln. In den sozialen Netzwerken kursieren viele mehr oder weniger heitere Kommentare zur aktuellen Situation – Humor, Galgenhumor und auch Verschwörungstheorien: So sei das Virus bewusst oder aufgrund einer Panne von China aus in die Welt gesetzt worden.

Humor zu Zeiten von Corona

Schneller als gedacht werden die geforderten Maßnahmen Alltag. Händeschütteln ist tabu, ein großer Abstand zwischen Gesprächspartnern ist bald „normal“, Besuche finden kaum oder gar nicht mehr statt, Kontakte werden digital und per Handy gepflegt.

Die plötzliche Ruhe im Ort wird von vielen Menschen als wohltuend beschrieben. Kaum Fahrzeuge auf den Straßen, blauer Himmel ohne Kondensstreifen von Flugzeugen.

Das erzwungene „Nichtstun“ kann für Gewerbetreibende empfindliche Einnahmeverluste bedeuten.

Das Landgasthaus Partner und

der Würstelstand WuDu bieten einen willkommenen Abhol- bzw. Lieferdienst an.

Doch auch von „angenehmen Auswirkungen der Entschleunigung“ ist nicht selten zu hören.

Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt sind weitere positive Effekte der Krise. Einkäufe werden abgesprochen und von einer Person für Nachbarn oder Eltern erledigt.

Die Obsteiger Landjugend bietet ihre Hilfe an. Teilweise werden benötigte Waren auch telefonisch oder via Internet bestellt und dann zugestellt.

Die Nahversorgung

wie SPAR Supermarkt Obsteig

und der Ab-Hof-Verkauf erfährt große Wertschätzung.

Text: Herbert Krug

Fotos: Johannes M. Faimann

Fortsetzung folgt …

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Quelle: Chronik Obsteig

Orginaldokument: Die Coronakrise 2020