Das Jahr 2020 in Obsteig

Mit der Hitbox von Radio Tirol und einem beeindruckenden Feuerwerk bei der traditionellen Neujahrsgala startete Obsteig wie gewohnt ins neue Jahr. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass die Veranstaltung im kommenden Jahr aufgrund einer weltweiten Pandemie entfallen würde.

Das bis dahin Unvorstellbare trat im März ein, als alle Tiroler Gemeinden unter Quaratäne gestellt wurden. Gastronomie, Hotels und Schulen wurden geschlossen. Durch die  Beschränkungen der sozialen Kontakte war ein Vereinsleben im gewohnten Sinn nicht mehr möglich. Eine der letzten Veranstaltungen des Jahres war die Vereinsmeisterschaft    des SK Obsteig am ersten März. An einem Nasenspray gegen das Coronavirus  forscht das Obsteiger Unternehmen Cyprumed, mit dabei der Obsteiger Florian Föger.

Mitte Februar sorgte eine neue Parkplatzregelung in der Gemeinde für Aufregung. Die Parkkarten sollten ihre Gültigkeit verlieren, die Parkgebühr war nur mehr über das Lösen eines Parktickets möglich. Mittlerweile gibt es wieder Jahreskarten und für Gäste das Parken per Gästekarte.

Ungewohnt still wurde es im März in unserem Dorf. Aufgrund des strengen Lockdowns kam der Durchzugsverkehr zum Erliegen. Ab Mitte April veränderte sich das Strassenbild von Obsteig. Innerhalb von zwei Monaten wurden ein Grünstreifen und ein Radweg entlang der Bundesstraße errichtet.

Die zum Stillstand verurteilten Vereine ließen mit originellen Ideen aufhorchen. Die „Plattler“ bauten eine mobile Bühne und tourten zur Freude der Bevölkerung durchs Dorf. Im Dezember verwöhnten uns die Krampeler mit ihren gewohnten Köstlichkeiten an der Haustür.

Auch der Wings for Life Run im Mai musste den aktuellen Einschränkungen angepasst werden, das Festl danach entfiel deshalb. Tausende Menschen starten weltweit zur selben Zeit. Das alles für die gute Sache. 100% des Startgeldes gehen in die Rückenmarksforschung und helfen, Querschnittslähmung zu lindern.

Nachbarschaftshilfe und Ehrenamt erlangten im heurigen Jahr wieder mehr an Bedeutung. Wurden wir während der Krise noch mit den gewohnt großen und köstlichen Schnitzeln vom Gasthaus Partner, mit Würsteln und Pommes vom WuDu und Nudelspezialitäten vom Gasthaus Alpina verwöhnt, war Mitte Mai dann doch die Freude groß, als die Gastronomie wieder öffnen durfte. René Föger, wie immer am Puls der Zeit, präsentierte in Mein Monat sein „Mit Butz und Stingl“ – Konzept für seinen Gasthof mit dem Ziel einer nachhaltigen Abfallvermeidung und einer möglichst vollständigen Verwertung von Lebensmitteln. Die regionale Nahversorgung wurde insbesondere in der aktuellen Krise sehr wertgeschätzt. Neben zahlreichen Ab-Hof-Angeboten gab es für die Obsteiger Bevölkerung auch viele regionale Produkte im Hofladen von Andreas Riser.

Schäden am Dachstuhl und am Gewölbe unserer Kirche erforderten im Sommer rasche Sanierungsmaßnahmen, um die Kirchenbesucher nicht zu gefährden und weitere Schäden am Gebäude zu verhindern.

Saniert und in neuem Glanz konnten in dieser Zeit auch einige der Obsteiger Brunnenfiguren ihren Platz in den Weilern wieder einnehmen.

Im Sommer tauchen im Dorf Plakate des Vereins „Alm ohne Wolf“ („Verein zum Schutz und Erhalt der Land- und Almwirtschaft in Tirol“) auf. Wölfe hatten in den vergangenen Monaten in Tirol über 100 Schafe gerissen. Die Almwirtschaft sieht sich dadurch in ihrer Existenz bedroht.

Existenzielle Bedenken werden auch immer wieder vorgebracht, wenn es um die Errichtung eines Geflügelstalles im Weiler Wald geht. Aufgrund des neuerlichen harten Lockdowns von 17. November bis 6. Dezember fasste der Obsteiger Gemeinderat einen ersten Beschluss in dieser Sache unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Eine Entscheidung ist erst für 2021 zu erwarten.

Anfang Dezember war die Bevölkerung schließlich eingeladen, sich auf das Covid19 Virus testen zu lassen. https://tirol.orf.at/stories/3079048/ Zahlreiche freiwillige HelferInnen sorgten in der Feuerwehrhalle gemeinsam mit medizinischem Personal für den reibungslosen Ablauf dieser erstmals in der Geschichte unseres Ortes vorzunehmenden Massentestungen.

Das Jahr 2020 war aber auch ein besonderes Jahr für Ignaz Rappold, Franz Gapp und Martha Kuenz. Sie konnten ihren 90. Geburtstag feiern.

Aufgrund von mehreren Covid-19-Fällen bei uns im Heim wird kurz vor Weihnachten für das Wohn- und Pflegeheim eine behördliche Totalquarantäne verhängt, nur für den 24.12. gibt es eine Ausnahmeregelung für Besuche. Am 27. 12. wird die erste Bewohnerin gegen Covid19 geimpft.

Die Lifte am Grünberg gehen am 24.12. in Betrieb. Unter strengen Auflagen war es von der Bundesregierung ermöglicht worden, dass österreichweit die Schigebiete öffnen durften. Rodeln, Langlauf und Schifahren bleiben erlaubt.

Und hier unsere Bildergalerie zum vergangenen Jahr:

1.Teil Jänner bis Juni 2020

2. Teil Juli bis Dezember 2020

Bilder: Johannes M. Faimann
Text: Sabine Ortner und Herbert Krug

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Quelle: Chronik Obsteig