Die Schischaukel

 

Schifahren im Lehnberg vor 80 Jahren!

Die Schischaukel

Vor einigen Jahrzehnten, als der alpine Schilauf noch in seinen Anfängen steckte, gab es einen Obsteiger, dessen Name von vorne und hinten gleich zu lesen war. Diese Mann war mit vielen Talenten gesegnet, nur reichte es oft nur zum „Spintisieren“, was bei den Obsteigern soviel wie Tagträumen bedeutete. Vom neuen Traum des Schifahrens angesteckt, hat er sich aus Eschenholz selbst ein paar Schi gemacht, so um die zweieinhalb Meter lang. An den  Schispitzen, hatte er statt der üblichen Zapfen eine Frauengestalt und als Gegenstück eine Männergestalt geschnitzt. Die Schnitzerei war nicht allzu professionell ausgefallen, so meinten manche, dass die Männergestalt wohl ein Selbstbildnis geworden sei.

Normalerweise war er als schweigsam bekannt, nur bei der richtigen Gesellschaft beim Löwenwirt in der Küche, wenn ihm so zwei Viertel Wein spendiert wurden und der „Huengert“ sich um nichts anderes, als das Schifahren drehte , hatte auch er eine besondere Geschichte zu erzählen:

 

In einem Winter mit besonders viel Schnee, soviel dass die meisten Bäume gar nicht mehr sichtbar waren, sei er eines Morgens auf das Wannig gestiegen. Bei traumhaftem Pulverschnee abgefahren, mit einem gewaltigen Satz über das Bachtal gesprungen und auf der anderen Seite bis auf das Simmering Horn hinauf getrieben worden. Dort hätte er „abgekristelt“ , denn eine Kurve konnte er mit seinen langen Brettern  damals noch nicht fahren. Vom Simmering sei er durch das Holzleithener Marchtal wieder abgefahren,  wieder über das Bachtal gesprungen und wieder ganz auf das Wannig hinauf gekommen. So wunderbar und gführig sei der Schnee damals gewesen, dass er diese Strecke noch einige male hin und her gepfiffen sei.

Er hätte das den ganzen Tag so weitermachen können, wenn ihn nicht die Mutter zum Mittagessen gerufen hätte.

(Nacherzählt von Toni Riser, Bilder: Herbert Krug, Fam. Archiv Riser)

 

 

 

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