Jahresrückblick 2021

Unspektakulär verschwinden Zeugnisse vergangener Zeiten und werden durch Neues ersetzt: Telefonzellen im Ort wurden abgebaut, die Trinkwasserversorgung in Gschwent wurde an das Versorgungsnetz der Gemeinde angeschlossen, das Restaurant „Martinsklause“ abgerissen, das letzte „Spritzenhaus“ der FF Obsteig (in Gschwent) „außer Dienst gestellt“. Dafür wurden Wasser-, Gas- und LWL-Leitungen neu verlegt, anstelle eines Gasthauses entstehen 20 Wohneinheiten.

Das KLF (Kleines Löschfahrzeug) der FF Obsteig wurde nach 35 Jahren durch ein LFA (Löschfahrzeug mit Allrad) ausgetauscht und steht jetzt im Dienst der Feuerwehr von Donja Bebrina in Kroatien.

Der Viehversicherungsverein, ein Beispiel für eine auf Ortsebene viele Jahre funktionierende Solidargemeinschaft, wurde 2021 nach 116 Jahre Bestehens aufgelöst.

Auch beim „Obsteiger Singkreis“ rund um Christine Gapp muss von einer weiteren Auflösung im heurigen Jahr berichtet werden.

Doch neben Wandel und Veränderung ging es auch um das Erhalten des Bestehenden.

Die Figuren des Obsteiger Bildhauers Hermann Rieser auf den Säulen der öffentlichen Brunnen sind renoviert, ebenso das „Bußkreuz“ an der Außenwand der Pfarrkirche. Das Chronik-Team präsentierte im Stadel „Schneggenhausen“ das Obsteiger Dialekt-Wörterbuch von Toni Riser und Herbert Krug.

Das Erhalten regionaler Werte und Ressourcen beschreibt auch die Unternehmensphilosophie von René Föger, der hierfür mit dem Tiroler Change Award ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig mussten wir den Tod der weitum bekannten und geschätzten „Sternwirtin“ Adele betrauern.

Viele Obsteiger.innen trauerten 2021 um ihre „alte“ Volksschullehrerin und Volksschuldirektorin Hildegard Schaber. Die Leitung der VS Obsteig ist seit dem Jahr 2020 Aufgabe von Carmen Stecher, die dieses Amt von Angelika Falkner übernahm. 19 Jahre hatte Angelika die VS Obsteig mit Engagement und Herzblut geleitet.

Nach 35 Jahren übergibt Johann Auer das Kommando der Schützenkompanie Obsteig an Patrick Partner. Er selbst wird zum Ehrenhauptmann ernannt. Das Silberne Verdienstzeichen der Republik Österreich erhielt Anton Telfner für sein Wirken bei der Polizei. Uni-Literaturpreisträgerin Katharina Schaller machte mit ihrem Erstlingswerk „Unterwasserflimmern“ auf sich aufmerksam.

Im Jänner wurde das Gütesiegel unserer Loipen verlängert. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand im Dorf von den Konflikten, die sich bald ergeben würden. Grundbesitzer weigerten sich, die Nutzung der Loipen zu dulden, ein bedauernswertes Resultat des vergifteten Klimas aufgrund der endgültigen Bewilligung eines neuen Geflügelstalls in Wald. Dieser war auch mehrfach Inhalt der Medienberichterstattung über unser Dorf, sogar der ORF widmete eine Folge des „Bürgeranwalts“ den Querelen rund um das geplante Stallgebäude. Umstritten auch die Vergabe der Eigenjagd Lehnberg an einen Nicht-Obsteiger.

Österreichweit bekannt wurde Obsteig heuer durch die Meldungen von Verkehrsbehinderungen just in der Hauptreisezeit. Doch gehört die Ortsdurchfahrt nun nicht mehr nur den Autos. Fußgänger und Radfahrer können sich über geschützte Bewegungsflächen freuen.

Wie schon 2020 war auch 2021 geprägt von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie: Vom dritten „Lockdown“ zu Jahresbeginn über Lockerungen im Sommer zum vierten am Ende des Jahres.

Auch schon seit 2020 beschäftigte uns das mehrfache Auftreten von Wölfen in unserer Region. Flurnamen wie „Wolfsgrube“ und „Wolfgatter“ sprechen für sich.

2021, ein Jahr vieler Veränderungen,für Obsteig, aber auch für ganz Österreich, doch wie meinte schon Charles Darwin? „Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.“

Text: Sabine Ortner und Herbert Krug

Und hier unsere Bildergalerie 2021:

1.Teil Jänner bis Juni 2021

2. Teil Juli bis Dezember 2021

Fotos: Johannes M. Faimann

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Quelle: Chronik Obsteig