Entscheidung klar – Finanzierung offen

Obsteiger Gemeinderat beschließt Ankauf von Schneggenhausen

Auf hitzige Debatten im Obsteiger Gemeinderat folgte eine Mehrheitsentscheidung zum Ankauf des denkmalgeschützten Ansitzes Schneggenhausen. Im alten Postmeisterhaus soll die Gemeindeverwaltung ihrer neue Heimat finden, ein Beitrag zur Bildung eines Ortszentrum um Kirche, Schule, Seepark und Sternwirt.

Die Zielsetzung ist klar und verständlich. Das Gebäude, in dem derzeit neben dem TVB auch Post, Bank und Gemeindeamt untergebracht sind, bedarf einer dringenden Sanierung. In den etwa dreißig Jahren seines Bestehens konnte der derzeitige Standort aber nie die Funktion eines Dorfzentrums  erlangen. So war es das Bestreben des Bürgermeisters Mag. Gerald Schaber und einiger Gleichgesinnter, das zum Verkauf .stehende Postmeisterhaus zu erwerben und für Gemeindezwecke zu adaptieren. Das Gebäude, das seit seinem Bestehen zu den wichtigen und zentralen Bauwerken im Dorf zählt, liegt genau der Kirche gegenüber und könnte zum Werden eines Dorfzentrums beitragen. Ungeachtet der Finanzierung wird bereits über einen Anbau in dem ein Gemeindesaal untergebracht werden soll, nachgedacht. · Den schlüssigen und nachvollziehbaren Argumenten der Befürworter die in der letzten Gemeinderatssitzung auch durch DI Walter Hauser vom Bundesdenkmalam in ihrer· Meinung bestärkt wurden, steht deutliche Skepsis gegenüber.

CAUSA GEMEINDEHAUS.

Besonders die fehlenden Budgetreserven in den nächsten Jahren veranlassten die Geineinderäte Hermann Brenner und Hans Auer, wie auch Vizebürgermeister Josef Außerlechner zu aktiver Opposition. Ihrer Ansicht nach werde hier gegenüber anderen anstehenden Projekten die Causa Gemeindehaus bevorzugt. Auch die näheren Umstände des Kaufs geben Anlass zur Kritik. Sie orten in der Vorgehensweise des Bürgermeisters einen vorgezogenen Wahlkampfakt und stimmten dem Ankauf nicht zu.

Entgegen der Kritik verweist Bgm. Gerald Schaber auf vorreitende Studien und Begleitmaßnahmen, die seiner Ansicht nach Anlass zu berechtigter Hoffnung bei der Finanzierung geben. So besteht beispielsweise die Zusage des Landes, einen mit 25.000 Euro dotierten Ideenwettbewerb zu 75 % zu fördern . Vor Abschluss dieses Wettbewerbs und damit ohne Klarheit bezüglich weiterer Maßnahmen und  Kosten kann keine verbindliche Aussage über das weitere Vorgehen getroffen werden. Das Land wird aber keinen Wettbewerb fördern um dann die Ergebnisse nicht umzusetzen“, argumentiert das Gemeindeoberhaupt.

DREI MILLIONEN.

Ersten Schätzungen zur Folge könnten auf die Gemeinde bei der Realisierung des Gesamtprojektes Kosten in der Größenordnung von bis zu drei Millionen Euro zukommen. Wie aus den Projektunterlagen ersichtlich und von DI Hauser bestätigt, besteht allerdings berechtigte Hoffnung aus Geldern der EU, des Bundesdenkmalamtes und anderer Quellen einen Großteil dieses Betrages an Fördermitteln zu erhalten .
Es besteht kein Grund zur Eile, bestätigt Mag. Schaber, .die Familie der Verkäuferin darf vertragsgemäß das Objekt bis zum 30. September 2005 nutzen. Bis dahin bleibt genug Zeit, die weiteren Schritte zu prüfen und die Finanzierung, wie auch den Durchführungszeitraum festzulegen.

Vizebürgermeister Josef Außerlechner und Hans Auer stimmten dem Vorschlag von Bgm. Mag. Gerald Schaber nicht zu.

RUNDSCHAU 2.9.2003′

 

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Quelle: Rundschau

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