Vor 75 Jahren endete der 2. Weltkrieg.

Gegen Ende des Krieges war das Widum (aber auch viele andere Häuser) monatelang voll von Bombenflüchtlingen und zurückströmenden Soldaten, was vor allem die Haushälterin oft vor große Aufgaben stellte.

Aus Angst davor, auch Obsteig könnte Kampfgebiet werden, vergruben die Menschen viele ihrer Wertgegenstände, Hausrat und Wäsche. Pfarrer Gerards hielt jeden Tag eine Andacht zum Hl. Josef.

Als die anrückenden Einheiten der Amerikaner nach tagelangen Kämpfen den Fernpass überwunden hatten und sich am 3. Mai 1945 Obsteig näherten, brachte ein deutsches Sprengkommando unter der Sturlbachbrücke in der Oberstraß 150 kg Dynamit und zwei Sprengminen an, um die Feinde aufzuhalten. Unter Lebensgefahr (die Brücke wurde bewacht) konnte der Pfarrer mit einigen anderen diese Ladungen entfernen. Wären sie zur Explosion gebracht worden, hätte das für Obsteig und seine Menschen unabsehbare Folgen gehabt. So konnten P. Gerards und der Oberförster Ferdinand Haller den Amerikanern den Ort ohne Zwischenfälle übergeben.

Geschwister Gerards

Die Amerikaner dankten es den Obsteigern, indem sie die Bevölkerung rücksichtsvoll behandelten. Ja, sie gingen hier auch zu den Gottesdiensten, die eigens für sie gehalten wurden, und zu den Sakramenten. Sie hoben auch sofort sämtliche religiösen Einschränkungen der Kriegszeit auf, so dass eine offene Religionsausübung wieder möglich wurde.

(Text: Hubert Stecher)

Zum Nachlesen auch unter:

https://www.obsteigaktuell.info/2013/10/15/chronik-kriegsende-in-obsteig/

https://www.obsteigaktuell.info/2013/11/09/chronik-kriegsende-zeitzeugen-berichten/

oder unter Originaldokumente:

 

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Quelle: Chronik Obsteig

Orginaldokument: Mai 1945