in Chronik 2002 - 2003

In Obsteig hängt der Dorfsegen schief

Entgegen, bisheriger Pläne legte Bgm. Mag. Gerald Schaber fOr die Hackschnltzelhelzung ein Modell zur Zusammenarbeit .mit einem fremden Träger vor.

Sehr zum Missfallen der Betroffenen führten ‚Missverständnisse, Indiskretionen und · anonyme Briefe In den letzten Wochen zu verstärkter Präsenz Obsteigs In den lokalen Medien. Anstatt sich durch offene Arbeitsweise jeden Vorwurfs zu entledigen, wird jetzt sogar die Frage der Projektfinanzierungen in den nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung verschoben.

Sehr dünnhäutig zeigen sich in letzter Zeit Obsteigs Gemeinderäte. Vor allem ein Schreiben unbekannten Ursprungs sorgte zuletzt für Irritationen. Obwohl nicht anzunehmen ist, dass der mit »ein Gemeinderat<< unterzeichnete anonyme Brief tatsächlich von einem solchen
stammt, sorgte er doch für gehörige Aufregung bei der letzten Gemeinderatssitzung. Niemand der Anwesenden bekannte sich auf die Frage
des Bürgermeisters zu diesem Schreiben, alle sprachen sich jedoch für eine-rasche Klärung des Falls aus. GR Hermann Brenner forderte
sogar eine »brutale Aufklärung .durch die Kriminalpolizei«. Was er im Detail darunter versteht, erklärte der Mandatar nicht.

Obwohl eher wenige Obsteiger und wahrscheinlich noch weniger Menschen außerhalb der Plateaugemeinde die ‚ganze Aufregung verstehen und ihr große Bedeutung schenken, zieht man, sich im Obsteiger Gemeinderat in den Schmollwinkel zurück. Angesichts durchaus respektabler Arbeitsergebnisse eine schwer nachvollziehbare Entscheidung. Als Durchbruch kann jedenfalls der einstimmige
Beschluss angesehen werden, gemeinsam mit der Nahwärme Salzburg eine GmbH & CoKG zu gründen. die geplante Hackschnitzelheizung
zu errichten und zu betreiben . In dieser Konstruktion trägt die Gemeinde insgesamt ein Risiko von lediglich 22.000 Euro. Ebenso
einstimmig fiel die Entscheidung, eine gegenseitige Beteiligung für ·’die Sanierung des Nassereither Hallenbades~wie auch ,jenes Liftes in Obsteig festzuschreiben.

Patriotisch verhielt man sich im Fall der Umschuldung eines Darlehens, bei dem das heimische Geldinstitut gegenüber der PSK den Vorzug erhielt. Dabei wurde nach Bestbieterprinzip entschieden. Den minimal geringeren Zinsen (etwa 850 Euro in 20 Jahren) stehen schnellere Wertstellung und andere Vorteile gegenüber. Bürgermeister Mag. Gerald Schaber wusste noch von Finanzierungshilfen des Landes zu berichten und konnte insgesamt eine positive Entwicklung bestätigen.

Umso unklarer die Distanz zur Öffentlichkeit im Zusammenhang mit der Finanzierung der beschlossenen Projekte. Wie die Obsteiger
in ihrem Budget die in der Sitzung genannten 800.000 Euro freischaufeln wollen, soll hinter verschlossenen Türen beschlossen werden. Diese Entscheidung wurde kurzerhand in den nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung verbannt. Warum die Gemeindeverantwortlichen ihren BürgerInnen die Hintergründe verschweigen wollen, ist unklar, kommt die Wahrheit doch spätestens
bei der Offenlegung der Gemeindefinanzen in der Jahresabrechnung zu Tage und vielleicht sogar schon zuvor in einem anonymen Brief.

Thomas Ploder

 

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Quelle: Gemeinde Obsteig, Bezirkstote

Orginaldokument: Psst! – geheim und anonym