Dorfchef Auer warf das Handtuch

Nach 19 Jahren hat Karl Auer, Langzeit-Bürgermeister in Obsteig, mit Jahreswechsel seinen Stuhl geräumt. Amtsmüdigkeit und leere Akkus werden vom Plateau-Dorfchef als gründe für den vorzeitigen  Rücktritt genannt.

Mit Karl Auer verabschiedet sich einer der längstgedienten Bürgermeister von Tirol vorzeitig in den Ruhestand, seit 1968 hat er sich als Gemeinderat engagiert, von 1983 bis 2001 war er Bürgermeister. Auer legte alle politischen Funktionen, darunter auch sein Gemeinderats Mandat, zurück und will nun Abstand zur nicht immer einfachen Gemeindepolitik gewinnen.

Leere Akkus
„Nach 19 Jahren an der Spitze der Gemeinde bin ich amtsmüde, meine Akkus sind leer. Ich werde künftig das Dorfgeschehen von meinem Balkon aus beobachten, für Ratschläge stehe ich auch künftig gerne zur Verfügung“, meint der Dorfchef, der sich durch seinen autoritären Führungsstil nicht nur Freunde gemacht hat.

Als wichtige Errungenschaften während seiner Amtszeit nennt Auer die Trinkwasserversorgung und die Kanalisation. Als großen Misserfolg seiner Ära wertet er die Straßenblockade im Jahr 1990, sowie die Auflösung des Dorferneuerungsausschusses. „Ich weiß, dass ich einer der letzten Diktatoren unter den Tiroler Bürgermeistern war, mein politischer Stil war aber die einsame Entscheidung, hinter der ich dann auch bedingungslos gestanden bin“, erklärt der rekordverdächtige Alt-BM.

Nachfolgersuche
Interimsmäßig führt nun Vize-BM Gerald Schaber von der Liste „Nuis Schmalz“ die Geschäfte in Obsteig. Anfang März wird dann gewählt, Schaber will kandidieren, wenn der Wunsch aus der Bevölkerung an ihn herangetragen wird.

Derzeit sind keine weiteren Kandidaten vakant, theoretisch könnten aber alle fünf Listen im Ort einen Anwärter auf den Bürgermeistersessel nominieren.

Auch in der Amtsstube selbst hat sich zum Jahreswechsel einiges verändert. Franz Rudig folgte Egon Schennach als Amtsleiter nach, auf Rudig wartet mit den Wahlen im März bereits die erste größere Herausforderung. Im Laufe des Februars werden nun die Obsteiger Kandidatenlisten erwartet. Auer selbst will zur Wahl keine Empfehlung abgeben. Für Spannung ist allemal gesorgt, die Opposition ist bereits eifrig mit der Bündelung der Kräfte beschäftigt.

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Quelle: Tiroler Tageszeitung

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